Hormone 1 Hormone = Signal- und Botenmoleküle, dienen Regulation der verschiedenen Körperfunktionen können von hormonbildenden Zellen in umliegendes Gewebe/ in Blutgefäße abgegeben werden - kontinuierliche Abgabe ins Blut, langsame und langanhaltende Wirkung (Nervensystem: schnell) wichtigste Hypothalamushormone _______________________________________________________________________________ 2 HYPOPHYSE - reguliert alle Hormondrüsen, außer Epiphyse - Vorderlappen: Adenohypophyse und Hinterlappen: Neurohypophyse (liegt in Sella turcica, für optimale Funktion: freie Bewegung Os Sphenoidale) - Verbindung: Fascia pharyngobasilaris (an SSB & Proc. Basilaris des OCC) -> Rachenmuskulatur -> gesamte Zentralsehne → funktionelle, hormonelle & fasziale Beeinflussung auf andere Drüsen Gefäße und Nerven: - A. hypophysialis superior und inferior (aus A. carotis interna, Teil des Circulus arteriosus cerebri) → A. carotis interna verläuft zunächst an Vorderseite der ersten beiden Halswirbel und tritt über Carotiskanal (Pars petrosa, Os Temporale) ins Schädelinnere; 90°!, Sinus Cavernosus (erneuter Bogen: Carotis Siphon) bis seitliche Ränder Sella turcica, am Ansatz der freien Ränder des Tentorium cerebelli; hier Abzweigung A. hyp. superior und inferior - Vv. Hypophysiales münden in Sinus intercavernosus anterior und postrior sowie in Sinus cavernosus; weiter in Sinus petrosus superior und inferior, münden über Sinus sigmoideus in V. jugolaris → wichtig für Abfluss: Tentorium cerebelli, Diaphragma sellae, anteriorer Teil Dura mater und Foramen jugolare - sympathische Fasern: Ggl. Cervicale superius (C1-3) und Ggl. Cerv. Inf. (C7-Th1) - parasympatische F.: Ggl. Sphenopalatinum - zentrale Nervenverbindungen aus Hypothalamus ziehen bis Hypophysenhinterlappen Funktion: - gesteuert von Hypothalamus (Kommandozentrale des symp. NS) → dieser erhält Infos aus versch. Regionen des Gehirns, sensorische Signale aus inneren Organen & Augen, sowie emotionale Erfahrungen; er hat endokrine Fkt., weil er mit HVL in Verbindung steht, Einfluss auf Verhaltenssteuerung; verantwortlich für Hunger, Durst, Atmung, Temp. & RR; auf zerebraler Ebene hat er höchste Serotoninkonzentration (nervales Gleichgewicht) - Hypophyse ist ständig um Gleichgewicht bemüht - Hormone Adenohypophyse (HVL): -> GH/ STH (Growth Hormon): für Körperwachstum erforderlich -> PRL (Prolaktin): Bildung Muttermilch -> ACTH (Adrenokortikotropes Hormon): stimuliert Ausschüttung Glucokortikoide durch Nebennieren -> MSH (Melanozytenstimulierendes Hormon): Pigmentierung der Haut -> TSH (Thyroideastimulierendes Hormon): Schilddrüsenhormonausschüttung -> FSH (Follikelstimulierendes Hormon): Bildung von Eizellen & Östrogen durch Ovarien bzw. Produktion Samenzellen -> LH (Luteinisierendes Hormon): reguliert Ovulation & Ausschüttung von Östrogen und Progesteron bei der Frau bzw. Testosteron beim Mann - Hormone Neurohypophyse (HHL): -> OT (Oxytocin): fördert Milchsekretion und Kontraktion Uterus während Geburt -> ADH (Antidiuretisches Hormon): vermindert Harnproduktion 3 SYMPTOME HYPERPHYSENÜBERFUNKTION - ist Hypothalamus wiederholtem Stress ausgesetzt, führt seine Stimulation zur Aktivierung der Hypophyse (endogener oder exogener Ursprung) - bei Überfunktion auch häufig Dysfunktion der SSB oder zu schneller kranialer Rhythmus (Norm etwa 8 Zyklen/ min; entspricht ca. 4 Sek für Inspir- und Exspirbewegung) o bei erhöhter TSH Ausschüttung: Engegefühl im Hals, Palpitationen, Zittern, Übererregung o erhöhte FSH Ausschüttung: Hitzewallungen, Gesichtsröte, Stauungen im Unterbauch, Menstruationsstörungen o erhöhte ACTH Ausschüttung: Frösteln, kalter Schweiß, Palpitationen, Spannungen NN – Region mit Muskelspasmen und Muskelkater, Schreckhaftigkeit o erhöhte STH (GH) Ausschüttung: starkes Schwitzen, Hyperseborrhö (Talgdrüsen), Menstruationsstörungen, manchmal Sekretion aus Brust, bes. starke Behaarung der Beine beim Mann - bei erhöhter Stimulation des Hypothalamus: kontinuierliche Aktivierung des symp. NS -> Muskelspannungen in versch. Regionen und erhöhte Atem- und Herzfrequenz - auch an Tumor denken! SYMPTOME HYPERPHYSENUNTERFUNKTION -> lässt sich besonders an Fkt. der wichtigsten endokrinen Drüsen erkennen, meiste Pat. Haben zusätzlich Kompression o. Strain der SSB + langsamer Rhythmus o SD - Unterfunktion: Müdigkeit, Gewichtszunahme, Schlafsucht, Kälteempfindlichkeit, Haarausfall, Hauttrockenheit o NN - Unterfunktion: niedriger RR, Hypoglykämie mit Schwächeanfall, physische + psych. Müdigkeit, zunehmend im Laufe des Tages o Allg. Symptome: Mangel an Entscheidungsfähigkeit, Schlaffe Organe, weiche + spannungslose Gewebe, allg. Antriebslosigkeit, Schwierigkeiten beim Jahreszeitenwechsel, Libidostörungen und Fertilitätsprobleme OSTEOPATHISCHER ANSATZ: -> besonders Dysfunktionen im kraniozervikalen Bereich, immer SSB mit Auswirkung auf obere HWS (Bestätigung durch kinesiologischen Test) - Korrektur SSB Dysfunktion: Wiederherstellung Pumpwirkung der SSB auf Hypophyse - kraniale Suturen und intrakranielle Membranen, Ausgleich Tentorium und Falx cerbelli, Behandlung Sinus venosi - Ausgleich ant. und post. Kranium (Ungleichgewicht: Einfluss auf intrakranielle Membranen) - C0, C1, C2 (symp. Versorgung Hypophyse, Verbindung Dura mater, Bezug A. carotis), OM, Pars petrosa (A. carotis interna und Sinus venosi), TMG - C6, C7, Th1, 1. Rippe (Innervation Ggl. Stellatum) - Elemente Zentralsehne, welche kraniosakrale Achse beeinflussen können - Sakrum (Corelink) - Ggl. Cervicale superius und inferius 4 Empfehlungen/ Nahrungsergänzungsmittel: - Vit. C unterstützt Funktion Hypophyse und NN - Zink und Kupfer begünstigen Reifung und unterstützen Hypothalamus – Hypophysen – Gonaden – Achse - stimulierende Pflanzen: Mariendistel und Ginseng - beruhigende Pflanzen: Melisse, Mönchspfeffer oder Hopfen - Homöopathische Zubereitung Hypophysinum: Potenz C4: Stimulation Potenz C7: Ausgleich Potenz C9: Inhibition - Licht, v.a. Sonnenbäder am Morgen ___________________________________________________________________________ EPIPHYSE/ Glandula pienalis (Zirbeldrüse) - Drüse, unterstützt alle anderen Drüsen bei der Regenerierung, da sie durch Ausschütten von Serotonin und Melatonin Schlaf fördert → große Bedeutung für Gleichgewicht des Hormon- und Nervensystems Anatomie: - oval, 8x5 mm, 0,2g - sitzt auf Thalamus an Hinterwand des III. Ventrikels (Bereich Einmündung Aqueductus mesencephali) oberhalb der Vierhügelplatte; bildet Ausstülpung an Hinterwand des III. Ventrikels - Plexus pinealis: ist die am dichtesten innervierte Zone des Körpers; erhält Nervenimpulse aus Bulbus olfactorius und Sehzentren - nimmt postganglionäre sympathische Fasern aus Ggl. Cervicale superius auf -> wichtige Verbindung, Beeinträchtigung dieser, kann zur Degenerierung der Drüse führen Funktion: - Serotoninausschüttung, mit Hilfe eines Enzyms wird es zu Melatonin umgewandelt - Melatoninausschüttung nimmt mit zunehmender Dunkelheit zu, Höhepunkt zwischen 2 und 5 morgens-> zu dieser Zeit begünstigt es die Regenerierung der anderen Drüsen -> Epiphyse dient also als zyklischer Taktgeber für andere Drüsen - Blockiert durch Licht: Licht, das durch Augen eintritt, stimuliert Nervenzellen der Netzhaut -> Impulse werden an Hypothalamus, von dort an Ggl. cerv. sup. und dann zur Epiphyse weitergeleitet → die Stimulation des Ggl. cerv. sup. inhibiert Funktion der Epiphyse - Epiphyse fördert Schlaf, löst Müdigkeit und Gähnen aus, senkt Körpertemperatur - „Anti-Aging“ Hormon, Verantwortlich für Jetlag - Innere Uhr, an Sonne orientiert; beeinflusst Hypophyse + Hypothalamus + inhibiert Hormonausschüttung dieser Drüsen während der Nacht - Positive Wirkung auf Thymus - Störungen können einige Formen von Depressionen erklären, insb. Winterdepressionen: bei Betroffenen konnte ein sehr niedriger Melatoninspiegel nachgewiesen werden - Kann im Alter atrophieren -> geringer Schlafbedarf bei Älteren 5 SYMPTOME EPIPHYSENÜBERFUNKTION: o Somnolenz o Rückgang Körpertemperatur SYMPTOME EPIPHYSENUNTERFUNKTION: o Schlafstörungen (treten mglw. auch bei Depressionen oder Menopause auf), Schlaflosigkeit (Schlafstörungen auch durch Östrogenmangel bei Frauen oder Testosteronmangel bei Männern mgl.) o Depressionen, saisonal-affektive Störungen, vermehrter Verzehr stark zuckerhaltiger, die Serotoninproduktion beschleunigender Lebensmittel o Dysfunktion SD, NN, Pancreas, Beeinträchtigung der Immunabwehr und Sexualfunktion o Schlaflosigkeit durch zu hohen Cortisolspiegel am Abend; umgekehrt führt zu wenig Schlaf zur Erhöhung des Cortisolspiegels am Ende des Tages o Abnahme Libido o Umkehr Schlafrythmus: Schläfrigkeit tagsüber, Schlafschwierigkeiten nachts o Aggressivität, Nervosität, Reizbarkeit o Schwierigkeiten sich zu entspannen, Konzentrationsschwierigkeiten o Verfrühte Alterung, Herzerkrankungen, Osteoporose OSTEOPATHISCHER ANSATZ: - globale Untersuchung: v.a. Spannungen im Kranium und oberer HWS + geringe Mobilität der kraniosakralen Achse - Dysfunktion der Epiphyse ist oftmals Ausdruck des allg. Zustands des Nervensystems - auch NN untersuchen (Überfunktion führt zu zu hohem Cortisolspiegel am Abend) - SD Unterfunktion kann ebenfalls Teil dieses Symptombilds sein -> Großteil der Patienten leidet an Unterfunktion (Schlaflosigkeit) -> SSB + intrakranielle Membranen, Korrektur einer vorhandenen Kompression + Sacrum -> Expansion Schädelbasis und Arbeit an hinterer Schädelgrube -> venöse Sinus -> Technik Normalisierung Epiphyse -> Korrektur C0 – C3 + Ggl. cerv. sup. -> CV4 (Parasympathikus Wirkung) -> Dura – Ausgleichstechnik, Sacrum C0, Normalisierung kraniosakraler Rhythmus → diese Behandlungsempfehlungen dienen Beruhigung des Systems → nach Behandlung sollten Ganglien inhibiert werden, um lokale Sympathikusentladung im Bereich der Drüse zu vermeiden Empfehlungen/ Nahrungsergänzungsmittel: - Sich dem Tageslicht aussetzen, v.a. im Winter - Tageslichttherapie mit Lampen von 10.000 Lux über mind. 30 min - Morgensport, auf Vitaminversorgung achten - Abends weniger Licht, v.a. Bildschirme vermeiden, beruhigende Aktivitäten am Abend - Schwere Mahlzeiten am Abend vermeiden und vermehrt Lebensmittel mit Tryptophan verzehren (Bananen, Datteln, Feigen, Nussbutter, Thunfisch, Vollkorn) - Alkohol vermeiden - Kaffee, Tabak und Schokolade aufgrund der stimulierenden Wirkung vermeiden - Stressmanagement 6 - Einnahme von 2,5 – 5 mg Melatonin eine Stunde vor dem Schlafengehen für Wiederherstellung des Schlafrythmus; nicht über längeren Zeitraum - 5-HTP (Tryptophan) begünstigt Serotoninproduktion und unterstützt Normalisierung d. Epiphyse - 400 mg Calcium vorm Schlafengehen begünstigt diesen - Einnahme von 200 – 400 mg Magnesiumcitrat eignet sich für Personen die auf Grund von zu hohem Muskeltonus nicht einschlafen können oder an Bruxismus leiden - Homöopathie: -> Potenz C4: Stimulation Epiphyse -> Potenz C7: Ausgleich -> Potenz C9: Dämpfung - Echte Katzenminze, Lavendel, Baldrian, Kamille, Helmkraut und Passionsblume beruhigen - Vit. B3 und B6 normalisieren Nervensystem und helfen bei Depressionen, da sie Produktion von Serotonin (Vorläufersubstanz von Melatonin) fördern ________________________________________________________________________________ SCHILDDRÜSE UND NEBENSCHILDDRÜSEN - SD reguliert Energiehaushalt, verantwortlich für Grundumsatz, Regulation Stoffwechsel je nach Bedarf - bei Stress werden Energiereserven für effiziente Adaptationsreaktion mobilisiert - wirkt auf Hormonausschüttung anderer Drüsen und reguliert insb. hormonelles Gleichgewicht der Ovarien und Hoden Anatomie: - SD besteht aus rechtem und linkem Lappen, die Ringknorpel und Luftröhre überlagern und durch Isthmus miteinander verbunden sind - seitliche Lappen können bis zu dem über der SD liegenden Schildknorpel reichen - tastbar über Fossa jugolaris zw. Mm. sternocleidomastoidei - hinter SD liegen vier kleine Drüsen: Nebenschilddrüsen, eingelassen in Hinterwand der SD, haben längliche Form und sind 6 mm lang, 4 mm breit und 2 mm dick - SD wird von fibröser Kapsel umschlossen, befindet sich im viszerofaszialen Eingeweideschlauch des Halses, der von mittlerer Halsfaszie umhüllt wird - Eingeweideschlauch steht in Verbindung zur Pars basilaris und bildet kaudal über Lamina thyreopericardiaca Kontinuum zum Mediastinum -> Pericard wiederum setzt sich durch Ligg. phrenopericardiacae fort, die am Diaphragma ansetzen; seitlich und in der Tiefe verbindet er sich mit tiefer Halsfaszie, mit der er letztlich verschmilzt - Faszienschichten des Halses von Oberfläche bis Tiefe: → vorderer und seitlicher Bereich: Platysma, darunter: oberflächliche Halsfaszie = Lamina superficialis: umschneidet M. sternocleidomastoideus und M. trapezius; umhüllt gesamten Hals und verbindet sich posterior an Linea nuchae mit dem OCC; anterior reicht sie von Mandibula bis Manubrium sterni, Clavicula und Hinterrand Spina scapulae; inferiormedial wird sie von V. jugolaris externa durchbohrt 7 → mittlere Halsfaszie = Lamina pretrachealis: reicht vom Os hyoideum zum Manubrium sterni, zur Clavicula und Oberrand der Scapula; umschließt seitlich M. omohyoideus; verbindet sich auf Höhe des Zungenbeins mit der oberflächlichen Halsfaszie; teilt sich weiter kaudal in oberflächliches Blatt für M. Sternocleidomastoideus & M. Omohyoideus und in tiefes Blatt für M. Thyrohyoideus & M. Sternothyroideus auf; beteiligt an Bildung der Vorderwand der Bindegewebskapsel der SD, der Membrana peripharyngea und Scheide d. Gefäßnervenstrangs; verbindet sich unterhalb der SD mit Eingeweideschlauch und bildet mit diesem Lamina thyreopericardiaca (diese umhüllt Thymus und vereinigt sich mit Ligg. sternopericardiaca superiora) → posterior: SD befestigt an Trachea, Pharynx & Ösophagus; A. carotis communis, V. jugolaris interna und N. vagus werden von Karotisscheide umgeben (Vagina carotis), die über Bindegewebsbrücken und mit sagittal verlaufenden Trennstrukturen des Eingeweideschlauchs und seitlich mit der tiefen Halsfaszie = Lamina prevertebralis verbunden sind; diese umgibt WS und tiefe Halsmuskulatur, sowie Mm. scaleni und verbindet sich mit oberflächlicher Halsfaszie; cranialer Ansatz an Proc. basilaris (OCC), caudaler Ansatz: Fascia endothoracica; stützt außerdem prävertebralen Anteil des sympath. NS - PRM: Inspir: SD senkt nach kaudal, Exspir: kranial; Rhythmus ca. 8 Zyklen/ min Gefäße und Nerven: - A. thyroidea superior = Ast der A. carotis externa, tritt am Oberrand in SD ein; teilt sich in anterioren, posterioren und lateralen Ast - A. thyroidea inferior = Ast des Truncus thyrocervicalis (entspringt aus A. subclavia), tritt von posterior in SD ein → Bindegewebskapsel der SD hat direkte Verbindung zu Mm. sternothyroideus, omohyoideus, thyrohyoideus, sternocleidomastoideus und scaleni; Vagina carotis verläuft ebenfalls zwischen diesen Muskelebenen -> somit sichern myofasziale Strukturen gute Blutversorgung → ebenfalls wichtig ist Mobilität des Zungenbeins, da Mm. digastricus und stylohyoideus, unter denen A. carotis externa verläuft, daran ansetzen - Vv. thyroidea superior und media leiten venöses Blut in in V. jugolaris interna - Vv. thyroideae inferiores münden hauptsächlich in linken Truncus brachiocephalicus venosus → für venöse Drainage wichtig: mobile Pleurakuppel + 1. Rippe + Clavicula & fasziales Gleichgewicht obere Thorxapertur + SGÜ - Sympathische Innervation: Ggl. cerv. sup., med. & inf. für Vasomotorik; Segmente C1-C3 & C5- Th1 + 1. Rippe 8 - Parasympathisch: N. laryngeus sup. und inf. (recurrens) aus N. vagus; wichtige Strukturen: OM und Verlauf N. vagus Funktion: - SD produziert in Abhängigkeit von Hypophyse (sezerniert TSH) zwei Arten Hormone: -> Iodothyronine, aufgebaut in Form jodhaltiger Amine -> Thyreocalcitonin (Calcitonin) - Prohormon Thyroxin (T4) und aktives Hormon Triiodthyronin (T3) sind klassische Schilddrüsenhormone, die im Labor gemessen werden (spiegeln hormonelle Aktivität der SD am besten wieder) -> T3 ist zwei bis viermal aktiver als T4; Umwandlung von T3 zu T4 erfolgt hauptsächlich in Leber und Nieren -> Hormone werden aus dem im Körper verfügbaren und über die Nahrung aufgenommenen, bzw. in der SD gespeicherten Jod hergestellt -> werden vermehrt am Morgen ausgeschüttet Hauptfunktionen SD: - erhöht Körpertemperatur durch Anregung Stoffwechsel - fördert gemeinsam mit GH Wachstum der Knochen, Zähne und des NS - erhöht Vitalfunktion von Muskeln, Herz und Verdauungstrakt - fördert Funktion von Leber und Nieren - harmonisiert Ausschüttung von Sexualhormonen Calcitonin: - SD Hormon, reguliert Mineralisierung des Körpers, indem es das im Blut zirkulierende Calcium reduziert und seine Speicherung fördert -> wirkt Parathormon (NSD) entgegen, indem es Phase des Knochenabbaus verringert und Knochenaufbau erhöht → wichtig um Demineralisierung und Zahnfleischrückgang entgegen zu wirken Dysfunktionen der SD - oft funktionelle Störungen, bes. nach Stressphase oder Schwangerschaft -> Stress: kann Produktion von T3 reduzieren und Produktion von Reverse T3 (rT3), dessen Stoffwechselwirkung geringer ist, erhöhen -> wird T3 an Zielorgangen durch rT3 ersetzt, entsteht eine SD Dysfunktion: Denis Wilson – Syndrom: = Umwandlungsstörung, die sich durchverringerte Körpertemp. und einer Vielzahl an SD – Unterfunktion ähnlichen Symptomen (diese SD Probleme werden nicht diagnostiziert, weil Labore nicht zwischen T3 und rT3 unterscheiden) → Einfluss von Stress auf hormonelles Gleichgewicht: 9 Mögliche Ursachen für Schilddrüsendysfunktionen bzw. für Produktion von rT3: - Stress, starke Emotionen, mangelnder Selbstausdruck, Gefühl seine Worte hinunterschlucken zu müssen, Zeitdruck - chronische Erkrankungen - Schwermetallbelastungen, v.a. durch Quecksilber - Mineralstoffmangel, v.a. Selen, Jod, Eisen, Zink und Kupfer (Selenmangel: meist Hinweis auf verringerte Umwandlung von T4 zu T3 & damit Zeichen für SD Dysfunktion, da das zur Umwandlung erforderliche Enzym abhängig von Selen ist) - niedriger Progesteronspiegel: kann langfristig zur SD Unterfunktion führen; Progesteron fördert Nutzung der SD Hormone in Zellen -> auch SD Unterfunktion kann also umgekehrt zur Dysfunktion der Geschlechtsdrüsen führen - niedriger Cortisolspiegel: Erschöpfung der NN - Insulinresistenz: Unterfunktion Pancreas - Unzureichende Proteinzufuhr und zu hohe KH Zufuhr: Hypoglykämie, die zur Überfunktion des Pancreas führt - geschwächte Leber und Nieren SYMPTOME SCHILDDRÜSENÜBERFUNKTION o Thermophobie, Schwitzen, feuchte Hände o hoher Ruhepuls o inneres Zittern, manchmal Zittern der Hände, Palpitationen, Tachykardie, Kurzatmigkeit o Nervosität, Reizbarkeit o Schwierigkeiten bei Gewichtszunahme, beschleunigter Stoffwechsel -> tendenziell Gewichtsverlust o Appetitzunahme o Schlaflosigkeit o Schwierigkeiten unter Druck zu arbeiten o Neigung zu Diarrhoe o Neigung zu starken Menstruationsblutungen o Exophthalmus SYMPTOME SCHILDDRÜSENUNTERFUNKTION o Kälteempfindlichkeit, Rückgang der Körpertemperatur um 0,5°C, langsame Atmung, schwacher Puls o Selenmangel o Haarausfall, Nagelbruch o Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Depression, keine klaren Gedanken fassen können o Konzentrationsschwierigkeiten o trockene Haut mit Flüssigkeitseinlagerungen, verringerte Lymphzirkulation, aufgequollenes Gewebe o Raue Stimme und Wasser in Ohren o Kloßgefühl im Hals o Müdigkeit die im Laufe des Tages zunimmt, Person schläft evtl. während des Tages ein o Verringerung physische Kraft, weniger effiziente Muskelanspannungen, körperlich schnell erschöpft o Verlangsamte Verdauung, Blähbauch nach Essen (trotz wenig Essen) o Hypoglykämie bzw. Abnahme des Appetits o Obstipation 10 o Kopfschmerzen, v.a. am Morgen mit Abnahme im Laufe des Tages o Benommenheit o Deregulierung Ovarien, Zunahme PMS und gynäk. Probleme wie Uterusfibrome und Endometriose o Demineralisierung der Knochen (manche Frauen entwickeln nach SS Osteoporose) Funktionen Nebenschilddrüse: - NSD Hormon = Parathormon (PTH); Gegenspieler von Calcitonin -> erhöht Anzahl und Aktivität der Osteoklasten (= Zellen, die Knochengewebe zerstören), damit Beschleunigung Abbau von Knochenstruktur -> mehr Calcium und Phosphat gelangt in Blutkreislauf -> reduziert Phosphatgehalt und erhöht Calcium- und Magnesiumgehalt im Blut, indem Ausscheidung über Harn vermindert wird; wenn Ca – Spiegel im Blut sinkt, steigt PTH Wert an; Hypophyse greift in diesem Prozess nicht ein -> begünstigt die Bildung des Hormons Calcitriol (= aktive Form von Vit D), das die Resorption von Calcium, Phosphor und Magnesium im Darm erhöht SYMPTOME NSD ÜBERFUNKTION o Demineralisierung mit Knochenschmerzen o Knochenzysten an Ober- und Unterkiefer in Zahnnähe o Dekalzifikation des Alveolarknochens der Zähne -> das von den Knochen zusätzlich freigesetzte Calcium lagert sich im Körper ab -> Periarthritis in Sehnen, Steinbildung in Nieren, Juckreiz auf Haut SYMPTOME NSD UNTERFUNKTION o Tendenz zu Tetanie und Spasmophilie o Tendenz zu Ängstlichkeit und Sympathikotonie o Tetaniekrisen, üblicherweise vorausgehend: Erstickungsgefühl & Engegefühl in Brust, gefolgt von Krämpfen, Kribbeln und unwillkürlichen Muskelkontraktionen o Trockende Haut, Mykosen, Ekzeme, brüchige Nägel, Rillen in Nägeln, Haarausfall o Angstverhalten erschöpft NSD, da über Harn zu viel Spurenelemente ausgeschieden werden o Unfähigkeit sich zu entspannen und loszulassen OSTEOPATHISCHER ANSATZ Untersuchung: - verstärkt kraniozervikaler Bereich und obere BWS - kinesiologische Tests, PRM, Palpation bestätigen evtl. Dysfunktion - thorakale EA und AA Phase sollte symmetrisch sein und gleiche Amplitude haben -> thorakale EA: SD bewegt nach kaudal und zieht sich zusammen -> thorakale AA: SD bewegt nach kranial und dehnt sich aus -> es kann auch nur ein Lappen immobil oder in seiner Funktion eingeschränkt sein - Motilität: -> Unterfunktion: verlangsamter Rhythmus und umgekehrt - Inhibitionstests zur Feststellung, welche Drüse primär SD beeinflusst (z.B.: wenn Inhibition des Uterus die Bewegung der SD verbessert, sollten neben strukturellen Elementen und anderen Drüsen, auch Zentralsehne untersucht werden, um primäres Problem zu finden) 11 - Übergang C0/ C1 fast immer betroffen, bei Tumoren oder viszerofaszialen Dysfunktionen der Drüsen, liegen Dysf. eher bei C5/C6 - fast immer auch Dysfunktionen CTÜ bis TH3 + Klavikula und 1. Rippe links (Drainage V.thyroidea inferior und linker Truncus brachiocephalicus venosus) Behandlung: - CTÜ, um Gefäßpumpe für Drainage zu gewährleisten - C0-C3: Ggl. cerv. sup. + fasziale Verbindungen SD - C5/C6: Ggl. cerv. med. - C7- Th1: Ggl. stellatum + Th2/Th3 - Klavikula - fasziale Verbindung nach kranial und lateral: Fascia pharyngobasilaris, Mundbodenmuskulatur, M. digastricus, Platysma, Mm. supra- und infrahyoidalis, Halsfaszien - fasziale Verbindung nach kaudal: Lig. thyreopericardiacum und Diaphragma (Einfluss auf Bewegung und Drainage) - Perikard, Manubrium/ Sternum, Ansätze der SD Faszien - Ösophagus, Verbindung zur SD - Os hyoideum und Mandibula - Techniken zur neurovegetativen Inhibition oder Stimulation - bei Bedarf: Hypophyse - Leber und Nieren Nahrungsergänzungsmittel und Empfehlungen: - bei nicht schwerwiegenden Symptomen reichen üblicherweise ca. 3 Monate bis neues Blutbild gemacht werden sollte - bei Blutwerten, die bereits Unterfunktion anzeigen, wird Pat. voraussichtlich Hormone nehmen müssen - zur Optimierung der SD Funktion: -> regelmäßig Konsum von Fisch und Austern -> Aufenthalt am Meer, jodreiche Luft aufnehmen -> Vermeidung von Mangel an Spurenelementen (s.o.) -> Algen stärken SD -> bei Spasmophilie: Magnesium - Calcium und Magnesiumsupplemente zu empfehlen bei SD + NSD Dysfunktionen - Mariendistel stärkt indirekt SD, da sie Leber regeneriert - Melisse wirkt ausgleichend und beruhigend auf SD und beeinflusst geistige Überaktivität - Homöopathisch: -> Potenz C4: Stimulation -> Potenz C7: Ausgleich -> Potenz C9: Dämpfung - Stressmanagement ________________________________________________________________________________ 12 PANKREAS - Regulation Blutzuckerspiegel & Verdauung - Einfluss auf NN & unter bestimmten Bedingungen auf Hoden und Ovarien ANATOMIE: - länglich geformte Drüse, ca. 12,5 cm lang und 2,5 cm breit - besteht aus Kopf, Körper und Schwanz - in Verbindung mit Duodenum über Ductus pancreaticus und Ductus choledochus (Sphincter oddi) Gefäße und Nerven: - A. hepatica communis gibt A. gastroepiploica ab, die die Aa. pancreaticoduodenales anterior superior, posterior superior, sowie anterior inferior und posterior inferior bilden -> Blutversorgung Pancreaskopf - A. splenica liefert über A. pancreatica dorsalis superior und A. pancreatica magna, die mit A. pancreatica inferior anastomieren, Blut für Pancreas Corpus - A. caudae pancreatis -> Pancreasschwanz - V. splenica, bildet gemeinsam mit V. mesenterica superior die V. porta und entsorgt gesamter Pancreas - Sympathikus: Th5 – Th9 - Parasympathikus: N. vagus dexter und sinister -> diese Nervenfasern verlaufen über Ggl. coeliacum und Ggl. mes. sup. FUNKTION: - endokrine und exokrine Funktion → endokrine Drüse: Ausschüttung von Insulin und Glukagon • Kontrolle Blutzuckerspiegel und Fettreserven • Insulin: senkt BZ Spiegel, fördert Eintritt von Zucker in die Zellen, Umwandlung von Zucker in Glykogen, das in Form von Fett gespeichert wird • Glukagon: erhöht über Leber BZ - Spiegel und verhindert damit zu starken Abfall des Zuckergehalts im Blut, unterstützt Herstellung von Glucose aus Proteinen und Fetten und fördert Gewichtsverlust → exokrine Drüse: erzeugt Pankreassekret, das Enzyme für Aufspaltung von Proteinen, Zuckern und Fetten enthält -> sezerniert über Dct. pancreaticus 13 DYSFUNKTIONEN DES PANCREAS: SYMPTOME PANCREASÜBERFUNKTION o Hypoglykämie durch zu viel Insulin oder weil das durch die Leber freigesetzte Glykogen nicht richtig in Glucose umgewandelt werden kann -> Folge: von Nebennieren ausgehende Sympathikotonie: schlechte Verdauung, Nervosität, schneller Puls, Unwohlsein und Kribbeln in Extremitäten, kalter Schweiß o Sehstörungen o Müdigkeit, die durch Nahrungsaufnahme vermindert wird o Leistungsabfall zwischen den Mahlzeiten o großes Verlangen nach Süßem oder Kaffee am Nachmittag o Kopfschmerzen zwischen den Mahlzeiten oder am Morgen o Heißhunger auf Süßes o Reizbarkeit am Morgen oder vor den Mahlzeiten o Hunger, der nervös macht, oder Nervosität, die zum Essen veranlasst o Schwächegefühl, wenn man nicht rechtzeitig isst o niedriger Blutdruck beim Aufstehen o Aufwachen nach einigen Stunden Schlaf o Schwierigkeiten wieder einzuschlafen -> all diese Symptome hängen auch eng mit Stress und Stimulation der NN und Hypophyse zusammen SYMPTOME PANCREASUNTERFUNKTION o bei Hyperglykämie produziert Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend Insulin oder es besteht eine Insulinresistenz -> Zucker und Fette werden nicht gut assimiliert und BZ - Spiegel steigt: häufiger Harndrang, starker Durst, ungewöhnlicher Appetit, Müdigkeit, Tendenz zur Depression, verminderte Resistenz gegenüber Infekten -> dieser Zustand führt langfristig zur Schädigung von Gefäßen -> wird diese Störung nicht beseitigt -> Diabetes o Blähungen nach dem Essen, aufgeblähter Bauch, Hautprobleme, häufige Kopfschmerzen: Probleme die bei unzureichender Enzymaktivität des Pancreas auftreten können o Nahrungsmittelallergien o Probleme bei Fettverbrennung, wenn Insulinresistenz besteht: Gewichtszunahme o Hoher Cortisolspiegel am Abend, Tendenz zu Schlaflosigkeit und häufigem Aufwachen während der Nacht 14 OSTEOPATHISCHER ANSATZ Diagnose und Befundung: - primäre Dysf. des Pancreas führen zu einer leicht nach links geneigten Haltung - Pat. klagt häufig über Schmerzen der HWS, dem linken Schulterblatt und der linken Schulter - häufig Spannungen CTÜ - Motilität: normaler Rhythmus: 8 – 10 Zyklen pro Minute, d.h. ca. 4 Sekunden für Inspir und Exspir - bei Enzym – und Verdauungsproblematiken eher Dysfunktionen im Bereich Pancreaskopf und Körper, während sich BZ Probleme eher im Bereich des Schwanzes äußern - Th5 – Th9 und dazugehörige Rippen oft in Dysfunktion - Leber ist oft verlangsamt, Duo und Sphincter Oddi oft angespannt, Milz manchmal fest und/ oder gegenüber der Bauchspeicheldrüse wenig mobil - NN meist in Überfunktion, oder, wenn Erschöpfungszustand bereits eingesetzt hat, in Unterfunktion; + Spasmen und Schmerzen in der Region der NN möglich - bei Stress und Tendenz zur Hypoglykämie: SSB: beschleunigter Rhythmus Behandlung: - immer zuerst Leber korrigieren - Diaphragma, sowie Th 11, 12, L1,2 + C3-C5 - Mobilität wiederherstellen und von benachbarten Strukturen lösen - Rhythmus normalisieren - BWS + Rippen Th 5 – 9 - Solarplexus, OM, Foramen jugolare, C0-C2 - NN - SSB EMPFEHLUNGEN + NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL • Raffinierten Zucker und KH vermeiden • kleinere Mahlzeiten mit ballaststoffreichen Proteinen, Gemüse + proteinreiche Zwischenmahlzeiten • Kaffee und Softdrinks vermeiden • Fette Lebensmittel und große Mahlzeiten vermeiden • etwas Bewegung und Sport nach Mahlzeiten erleichtert Glucose- und Fettverbrennung • Unverträglichkeiten gegenüber Milchprodukten sind häufig bei Pankreasstörungen • Vit. B reiche Nahrungsmittel + Zink, Chrom, Nickel, Kobalt • L – Carnitin, L – Cystein und L – Glutamin sind Aminosäuren die Heißhunger auf Zucker reduzieren und dazu beitragen, den BZ zu stabilisieren • Meditation und Entspannungtechniken Nach Bedarf: • Calcium und Magnesium unterstützen Zuckerstoffwechsel • Homöopathische Präparate auf Basis von Drüsenextrakten des Pancreas: -> Potenz C4: Stimulation -> Potenz C7: Ausgleich -> Potenz C9: Dämpfung • Eukalyptus- und Nussbaumblätter haben BZ senkende Wirkung ____________________________________________________________________________ 15 NEBENNIEREN - wichtigste Drüsen für Anpassung an Stress ANATOMIE - liegen Nieren wie kleine Klappen auf - rechte NN ist dreieckig, linke halbmondförmig - sitzen in Nebennierenloge, einem Teil der Nierenloge, die durch Fascia renalis gebildet wird - sie ist nach oben mit Diaphragma und nach unten faszial mit Niere verbunden → bei einer Nierenptose senkt sich NN nicht mit ab! - liegen sehr nah an Aorta, V. cava, Plexus coeliacus und Pl. aorticorenalis → durch Nähe zu Gefäßen schnelle Aufnahme der Hormone in Blutbahn - besteht aus zwei endokrinen Drüsen: o Nebennierenrinde: Steroidhormone (Mineralokortikoide, Glukokortikoide, Geschlechtshormone) o Nebennierenmark: Noradrenalin und Adrenalin Gefäße und Nerven: -> laufen über Hilus auf Rückseite der Drüse ein - A. suprarenalis superior: Ast der A. phrenica inferior - A. suprarenalis media: direkter Abgang aus Aorta abdominalis - A. suprarenalis inferior: Ast A. renalis - Vv. suprarenales superior, media & inferior münden rechts in V. cava inferior und links in V. renalis sinistra - Pl. suprarenalis aus Pl. coeliacus besteht aus symp. Fasern der Nn. splanchnici und aus parasymp. Fasern aus Truncus vagalis posterior - weiteres Nervengeflecht: aus Ggl. aorticorenale aus symp. Fasern d. N. splanchnicus minor (Th10-12) und parasymp. Fasern aus N. vagus FUNKTION: → Nebennierenmark: - synthetisiert Adrenalin und Noradrenalin; Hormone, gelten als „Verstärker“ des symp. NS -> diese Zellen werden unmittelbar durch autonomes NS gesteuert und können somit schnell auf Stress reagieren 16 - reagiert in Notsituation mit Erweiterung der Bronchien & Blutgefäße in Muskeln, Beschleunigung des Herzrhythmus und Einleitung physiologischer Veränderungen, die Körper bei Fluchtreaktion unterstützen → Nebennierenrinde: - gesteuert von Hypothalamus (CRH) und Hypophysenvorderlappen (ACTH); ihre Reaktion erfolgt quasi unmittelbar und wird über negative Feedbackschleife kontrolliert - sezerniert Glukokortikoide: Cortisol, Corticosteron und Cortison -> diese erhöhen über Vermittlung der Leber Blutzuckerspiegel, wenn dieser abfällt -> liefern das für Stoffwechsel notwendige ATP, fördern Eiweiß- & Aminosäurekatabolismus und Lipolyse -> verstärken natürliche Abwehrkräfte des Körpers + Stressresistenz und reduzieren Allergien und Entzündungen -> regulieren auch Stimmung -> Cortisolspiegel ist morgens am höchsten und nimmt über den Tag ab -> normale Sekretion beträgt ca. 30 mg/ d - sezerniert Gonadokortikoide (Sexualhormone) aus: Androgene (Testosteron) und DHEA -> erhalten Stützgewebe, insb. Muskeln des Körpers -> verlangsamen Alterungsprozess und vermitteln körperlichen und psychischen Grundtonus -> halten bei Frau Libido aufrecht -> DHEA ist Vorläufersubstanz von Östrogen und Testosteron -> verbessert Stimmung und Knochendichte -> Androgene können in Östrogene umgewandelt werden -> wichtiger Faktor für Menopause, da NN damit Funktion der Ovarien übernehmen können - sezerniert Mineralokortikoide: 95% Aldosteron -> verantwortlich, gemeinsam mit Nieren über RAAS, für Regulierung des Wasserhaushalts -> macht Blut basisch - es wird angenommen, dass Nebennierenrinde mit Alter atrophiert - Hypothalamus reguliert CRH - Wert je nach Stresslevel - Freisetzung von Cortisol erfolgt synergistisch zur Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin, sowie der Aktivierung vom Sympathikus; die Wirkung der im Blut zirkulierenden Hormone hält 10-mal länger an, als die der Nervenstimulation 17 DYSFUNKTION DER NEBENNIEREN -> Mangel an Entspannung und Pausen senkt langfristig Reizschwelle der Nebennieren, sodass Drüsen bereits auf geringen Reiz reagieren → die erhöhte Adrenalin – Basalreaktion erzeugt eine Sympathikotonie, die folgende Verhaltensweisen auslösen kann: o Wut, tyrannisches Verhalten o Ungeduld, schlechte Laune, Angst o Neigung zum Streitanfechten → Ursachen für dieses Ungleichgewicht und die daraus entstehenden Verhaltensweisen sind: o Depression, Angst, Furcht, Aggressivität, Schuldgefühl o Berufliche Überbelastung oder körperliche/ emotionale Spannungen o Sportliche Überbeanspruchung o OPs, Traumata o Entzündungen, Schmerzen, chronische Müdigkeit o Malabsorption, Verdauungsstörungen, Nahrungsmittelallergien, Nährstoffdefizite o Hypoglykämie, aufgrund zu viel KH und Fett in Ernährung o industrielle und Umweltgifte o chronische Erkrankungen, wiederkehrende Infektionen von Lunge und Bronchien, Autoimmunerkrankungen o schwere und chronische Allergien SYMPTOME NEBENNIERENÜBERFUNKTION → Ausschüttung von zu vielen Glukokortikoiden: o aufgedunsenes Gesicht, rote Bäckchen und erweiterte Äderchen o erhöhter BZ Spiegel -> Gefahr von Diabetes und Bluthochdruck o niedriger Progesteronspiegel o Osteoporose (insb. WS) aufgrund verringerter Calcium- und Kaliumabsorption Ausschüttung von zu vielen Androgenen: o vermehrte Produktion von Akne erzeugendem Sekret wie in Pubertät; Zink und Kupfer werden vermehrt verbraucht (auch durch Wachstum in Pubertät); diese Spurenelemente können hormonelle Exzesse mildern, werden bei starkem Stress schneller verbraucht o Haarwuchs im Gesicht und Tendenz zur Vermännlichung bei der Frau Ausschüttung von zu viel Aldosteron: o Wasser- und Natriumretention, Krämpfe, Kribbeln in Extremitäten Zu hohe Stimulation Nebennierenmark: o erhöhte Adrenalinproduktion -> führt zu Bluthochdruck und Beschleunigung Herzrhythmus o Probleme mit Anpassung an Stress; Betroffene fühlen sich elektrisiert; zu viel Adrenalin kann dazu führen, dass andere Hormone ebenfalls vermehrt ausgeschüttet werden 18 SYMPTOME NEBENNIERENUNTERFUNKTION → NN sind nicht für permanenten Stress ausgelegt, sollten auf punktuelle Anforderungen reagieren; bei ständiger Stressbelastung ermüden sie (s.o.); in diesem Stadium der Schwäche kann es zu folgenden Symptomen kommen: (Differentialdiagnosen) o Athenie: Form der physischen und psychischen Müdigkeit verstärkt sich im Laufe des Tages (allg. Ermüdung der Drüsen); Mühe morgens aus dem Bett zu kommen, vermehrter Koffeinbedarf, Müdigkeit wird durch Schlaf nicht beseitigt o Leistungsabfall zwischen 15 und 16 Uhr, leichter Anstieg des Energieniveaus nach Abendessen, Schlafstörungen o Schwäche, Benommenheit (Leberstauung), RR Abfall beim Aufstehen (niedriger RR, chron. Müdigkeit) o Konzentrationsschwierigkeiten, schlechtes Gedächtnis, Augenblicke der Verwirrtheit, Agitation, Reizbarkeit, Ungeduld o Schwierigkeiten, Tätigkeiten des tgl. Lebens zu erledigen o Reduzierung der Libido o leichte Depression, weniger Lust auf soziale Kontakte oder Aktivitäten (Drüsenschwäche) o Tendenz zu Entzündungen und wiederkehrenden Infekten, Dekompensation nach Stress oder nach Infektionen, Schwierigkeiten sich nach Infektionen wieder zu erholen o Oberbauchbeschwerden, Dyspepsie (zu wenig Magensäure), Hunger nach salzigen Speisen, Zucker oder allergieerzeugenden Nahrungsmitteln, um Ausschüttung von Cortisol zu. begünstigen, Bauchschmerzen o Tendenz zu Hypoglykämie und Dehydrierung, manchmal nächtliches Aufwachen durch zu geringen BZ Spiegel o Dehydrierung und trockene Zunge, vermehrter Harnfluss, Muskelkontraktionen aufgrund des Aldosteronmangels o Kopfschmerzen o Prämenstruelle Spannungen o Schmerzen und Spasmus in M. trapezius und M. sternocleidomastoideus o Muskelschwäche: schnelle Ermüdung bei Anstrengung o Allergien, Asthma (Nahrungsmittelallergien) o Brüchige Nägel mit Rillen (Mineralstoffmangel, Zinkmangel, Leberdysfunktion) → bei wiederholtem Stress -> Erschöpfung NN (Nebennierenschwäche) -> aufgrund des Cortisolmangels: Entstehung Hypoglykämie; 19 -> wenn Pankreas seine Ressourcen erschöpft hat, führt Stress eher zur Hyperglykämie -> in dieser Phase ist Funktion von Ovarien und Hoden vermindert NEBENNIEREN UND SCHILDDRÜSE - 80% der Menschen mit NN Unterfunktion/ Schwäche zeigen auch Symptome einer SD Störung -> auch SD mitbehandeln - Bluttests häufig nicht zuverlässig bei SD Erkrankungen, daher auf Symptome achten: • Basaltemperatur liegt bei Messung am Morgen vor Aufstehen unter 36,5° • Energie und körperliche Leistungsfähigkeit werden trotz tgl. Sport nicht erhöht • verlängerte Reaktionszeit • Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung • kein Fassen klarer Gedanken möglich • Menschen mit NN Schwäche fühlen sich häufig gegen 10 Uhr und nach Abendessen besser; ausbleibende Verbesserung d. Energieniveaus nach Abendessen ist ein Zeichen, anhand dessen sich SD Problem von NN Schwäche unterscheidet OSTEOPATHISCHER ANSATZ Diagnose und Befunderhebung: - Dysf. von Th 10 – 12 & 11. + 12. Rippe - Musk. Spasmen und Spannungen der Zwerchfellschenkel und Paravertebralmuskulatur auf Höhe der genannten Segmente, bei NN Überfunktion: Spasmen Trapezius und Suboccipitalmuskulatur - NN Unterfunktion: Kyphose TLÜ durch mangelnden Muskeltonus + post. Haltungsmuster - Plexus solaris angespannt und gestaut -> während thorakalen EA: NN kaudal + AR + Vertikalisierung; EA andersherum -> ist PRM zu schnell: Überfunktion; zu langsam: Unterfunktion -> Dysf. können auch einseitig sein -> linke Seite: häufig Zusammenhang mit ovariellen und hormonellen Störungen -> rechte Seite: häufig Zusammenhang mit Verdauung Behandlung: - Plexus solaris für nervales Gleichgewicht - Zwerchfell und Zwerchfellschenkel - M. psoas („Schiene“) für Gleitbewegung der Niere - vorher Normalisierung Leber und Nieren - Myofasziale Techniken zur spezifischen Stimulation der Drüsen - Korrektur von Dysfunktionen - Stimulations- und Inhibitionstechniken bei Unter – und Überfunktion der Drüse über 10., 11. & 12. Rippe - Hypothalamus – Hypophysen – NN – Achse über SSB - Korrektur eines in Extension blockierten Sacrums -> führt zur Sympathikotonie - SD, Pancreas 20 NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL UND EMPFEHLUNGEN: - Glas Wasser mit ¼ o. ½ Teelöffel Salz morgens nach Aufstehen trinken; während des Tages wiederholt Salzwasser trinken, v.a. gegen 14 Uhr -> um Verlust von Natrium und niedrigem Blutdruck, der bei NN Schwäche entsteht, auszugleichen - regelmäßig Essen, v.a. zwischen 10 und 14 Uhr proteinreiche Speisen; nach dem Aufstehen so bald wie möglich frühstücken, um Abfall des Blutzuckerspiegels zu vermeiden - zu bevorzugende Nahrungsmittel: weißes Fleisch, Fisch, kaltgepresste Öle, Gemüse und Obst mit geringem Säuregehalt - Alkohol vermeiden: lässt BZ Spiegel steigen und sinken; bei NN Unterfunktion unter allen Umständen vermeiden - stimulierende Nahrungsmittel wie starke Gewürze, Alkohol, Kaffee und Tabak bei NN Überfunktion zu vermeiden - Nährstoffe: -> Vit. C: stärkt NN bei Unter- und Überfunktion -> Magensium: für Herstellung von Enzymen und Energie für Herstellung der NN Hormone -> Vit. B Komplex: (B5+B6): unterstützt Nervensystem -> essentielle Fettsäuren unterstützen Erholung der NN - Phytotherapie: -> Lakritze (echtes Süßholz), schwarze Johannisbeere und sibirischer Ginseng stärken NN: Einnahme in Form von Tees, Tinkturen oder Tabletten: 3 x / d -> Ingwer und Ashwaganda: adaptogene Pflanzen; unterstützen bei Über- sowie Unterfunktion -> Rhodoila rosea: Normalisierung Cortisolspiegel -> Tribulus terrestris: bei Testosteronmangel -> Hafer, echte Katzenminze, Baldrian und Helmkraut: wirken beruhigend - Ersatzhormone und Drüsenextrakte: -> Ergänzungsmittel auf Basis von NN Extrakten helfen bei Unterfunktion zu stärken; Dosierung: 2-3 / d, entsprechend Alter und Schweregrad; bei leichten Störungen Beschränkung auf Vitamine und pflanzliche Produkte -> Progesteron scheint Funktion der NN auszugleichen; Mönchspfeffer enthält progesteronähnliche Substanzen, auch für Frauen mit leichter Ovarialstörung geeignet - Homöopathische Präparate auf Basis von Drüsenextrakten aus NN: -> in der Potenz C4: zur Stimulation -> in der Potenz C9: zum Ausgleich -> in der Potenz C15: zur Dämpfung - DHEA: verbessert Libido und Stimmung; schützt Neuronen, verbessert Gesundheit, hilft bei Entzündungen und verbessert Immunsystem - Ratschläge: -> Überbeanspruchung vermeiden; vor 23 Uhr ins Bett gehen -> Grenzen akzeptieren; Stressmanagement + Entspannungsmethoden; stimulierende Sportarten für Menschen die zu Müdigkeit neigen -> erhöht Stoffwechsel -> NN – Schwäche: kurze Schlafphasen während des Tages erholen die Drüse _________________________________________________________________________ 21 OVARIEN - gleichmäßige Ausschüttung von Ovarialhormonen ist für physiologisches und psychisches Gleichgewicht der Frau essentiell - oftmals ist Symptomtagebuch sehr nützlich für hormonelle Diagnose Anatomie: - Ovarien liegen intraperitoneal im kleinen Becken in Fossa ovarica (Mitte zw. SIAS und Symphyse) - befinden sich im post. Blatt der Ligg. lata, verbunden über Mesovar zur Bauchwand - liegen posterior, caudal der Tuben und vor Rektum -> bei Anteversion des Uterus: tiefer als Corpus uteri, nahe der Mittellienie -> bei Retroversion: Ovarien liegen weiter anterior -> Lage verändert sich auch mit Alter -> etwa Größe einer Mandel, zyklusabhängig verändert - bei Frauen die noch nie geboren haben, verläuft Achse des Ovars fast vertikal - Ovar ist über Lig. suspensorium ovarii (verbindet oberen Pol des Ovars mit L2) gewissermaßen aufgehängt und in Psoasfaszie eingebettet - unterer Pol: wird durch Lig. ovarii proprium (Lig. uteroovaricum), das von medialer Seite der Ovarien zum Uterushorn verläuft, leicht nach medial und anterior gezogen - rechts ist Ovar über Lig. appendiculoovaricum an Appendix und links über Lig.infundibulocolicum am Sigmoid befestigt - bei Frauen die mehrfach entbuden haben, senkt sich Ovar in Beckenhöhle ab und Hauptachse horizontalisiert sich - N. obturatorius kreuzt Außenseite des Ovars -> kann durch Dysfunktionen irritiert werden 22 Gefäße und Nerven: - A. ovarica entspringt aus Aorta abdominalis; zieht entlang des M. psoas durch Lig. suspensorium ovarii zum Hilus → Dysfunktionen an Niere oder Spannungen und Adhäsionen entlang der Arterie können Ovar beeinträchtigen - A. uterina verläuft zunächst im inferioren Abschnitt des Lig. latum, dem sog. Lig. cardinale (=Bindegewebszug am kaudalen Ende des Lig. latum), welches insb. links oft Dysfunktionen aufweist → Funktion der A. uterina kann daher durch Spannungen und Adhäsionen am Gebärmutterhals beeinträchtigt werden; A. uterina zieht entlang des Corpus uteri nach kranial und versorgt zusätzlich Ovar - im Bereich Mesosalpinx bildet A. uterina Anastomosen mit A. ovarica -> die mediale Hälfte des Eileiters wird hauptsächlich durch A. uterina, laterale Hälfte durch A. ovarica versorgt - Vv. ovaricae bilden wichtigen Hilus und münden rechts in V. cava inf., links in V. renalis -> Mobilität der linken Niere trägt damit zur Vermeidung von Stauungen im linken Ovar bei - Vv. uterinae ziehen durch Lig. latum und Parametrium -> münden in Vv. iliacae internae - V. uterina anastomosiert mit V. ovarica in Mesosalpinx - Sympathische Innervation: -> Ovarien: Th12 – L2; diese Fasern durchziehen Ggl. aorticorenale, Plexus intermesentericus sowie Plexus hypogastricus inferior -> Uterus: Th 10 bis L2 → Nerven ziehen gemeinsam mit A. und V. durch Lig. suspensorium ovarii und folgen Psoas Verlauf -> Mobilität d. Psoas und Lig. sind sehr bedeutsam 23 - Plexus hypogastricus inf. verläuft entlang der Ligg. sacrouterina; der Plexus enthält auch symp. und parasymp. Fasern zur Versorgung des Uterus -> starke Spannungen der Ligg. sacrouterina können Innervation des Uterus beeinträchtigen (Behandlungen der Zervix verbessert also neurovegetat. Gleichgewicht) - Plexus ovaricus + Plexus uterinus (innerviert Isthmus und Cervix) bilden eine Anastomose: im oberen Teil des Lig. latum und unterhalb des Eileiters → diese stellt durch zweifachen Ursprung Innervation des Ovars sicher; Mobilität und Flexibilität des Lig. latum, des Uterus, der Tuba uterina und des Ovars sind also entscheidend für hormonelles Gleichgewicht der Drüse FUNKTION - Ovarien sichern Aufrechterhaltung der Geschlechtsmerkmale und der für Fortpflanzung notwendigen Organe der Frau; begünstigen Schwangerschaft Progesteron: vereinfachte Darstellung der Synthese und Umwandlung in Steroidhormone - abhängig von Hypophyse sezernieren sie Östrogen, Progesteron und Testosteron → ÖSTROGENE: • Hormon der Weiblichkeit • bereiten Uterus und Myometrium auf Einnistung der befruchteten Eizelle vor, werden während des gesamten Zyklus ausgeschüttet • tragen zur Regeneration von Kollagen und Geweben bei, begünstigen Gleitfähigkeit der Vagina • helfen bei Verteilung des Wassers in Geweben, verleihen Haut weiches und elastisches Aussehen • beeinflussen über Vorläufersubstanz Tryptophan die Serotoninproduktion -> verbessern damit die Stimmung (viele Frauen erhalten während Menopause Antidepressiva, obwohl Östrogen auch helfen könnte) • wichtig für Knochen, Gehirn, Gedächtnis, Gleichgewicht, Schlaf, Stimmung und Konzentrationsfähigkeit → PROGESTERONE: „körpereigenes Gestagen“ • Schwangerschaftshormon, das nach Befruchtung die Einnistung in Gebärmutterschleimhaut ermöglicht • das Hormon, das am meisten zum Überleben der Eizelle beiträgt • entscheidend für hormonelles Gleichgewicht im Zyklus • sezerniert in 2. Zyklushälfte 24 • Eisprung wird ausgelöst, sobald entsprechender Progesteronwert im Blut registriert wird • führt in 2. ZH zum Anstieg der Temperatur • zwei Quellen: -> größtenteils: Ovar (Gelbkörper) -> geringer Teil: NN und in SS durch Plazenta → damit steigt er im dritten Trimenon auf 10 - fachen Wert → keine Befruchtung: nach 10 -12 Tagen fällt Wert ab -> Menstruation • gebildet aus Cholesterin -> bei starker Diät evtl. keine Menstruation • Gegenspieler zum Östrogen: über negative Rückkopplung wird Östrogenspiegel gebremst • Vorläufersubstanz der Steroidhormone (Ovarial- und Kortikoidhormone) • unterstützt Sekretionsphase des Endometriums und verhindert Entstehung von Endometriumkarzinomen • unterstützt Gewinnung von Energie aus Fett • natürliches Diurektikum: vermeidet Wassereinlagerungen • Unterstützt Wirkung von SD Hormonen • kann in Kortikoide umgewandelt werden -> wichtige Rolle bei Stress → ANDROGENE: (Testosteron, Androstendion, Dehydroepiandrosteon (DHEA)) • gelten als männliche Hormone • bei Frauen: Testosteron und Androstendion (Vorläufersubstanz von Testosteron und Östrogen) sezerniert durch Ovarien, DHEA durch Nebennierenrinde • beeinflussen Verhalten, sexuelles Verlangen, Energie, Vitalität, Muskulatur und Calciumaufnahme in Knochen • Testosteronspiegel kann bereits einige Jahre vor Menopause absinken DYSFUNKTIONEN OVARIEN - häufig: zu wenig Progesteron, begünstigt PMS - während Menopause und Prämenopause sinken Östrogen und Testosteronspiegel (s.u.) - Speicheltests geben bessere Auskunft über biologisch verfügbare Hormone - Symptome über längeren Zeitlauf kalendarisch notieren gibt sehr gute Auskunft URSACHEN NIEDRIGER PROGESTERONSPIEGEL - hoher Anteil an Xenohormonen (endokrine Disruptoren), also östrogenähnlichen Substanzen kann eine relative Hyperöstrogenie auslösen (Xenohormone beeinflussen auch SD) - Progesteron reagiert sensibel auf Stress, da es gleiche Transportproteine wie Cortisol verwendet und zusätzlich um Platz an Rezeptor konkurriert -> erhöhter Stress und damit verbundener Cortisolspiegel führen zu Progesteronmangel -> langfristig: zu viel Stress -> Cortisolspiegel steigt -> Östrogendominanz -> PMS – Symp. - Schilddrüsenschwäche: kann ebenfalls zu Hyperöstrogenie führen, daher auch immer SD prüfen - Insulin und raffinierter Zucker -> NN, Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol - Mangel an Vit B6 und E + phytoöstrogenarme Ernährung 25 OVARIELLE DYSFUNKTION AUS OSTEOPATHISCHER SICHT - Dysfunktion SSB + Hypothalamus – Hypophysen – Gonaden – Achse - mangelnde kraniosakrale Koordination -> neuroveget. Ungleichgewicht - Ungleichgewicht d. symp. und parasymp. Nervensystems von Th10 – L2 bzw. S2 – 4 - somatische Dysfunktionen auf Höhe des Innervationsgebietes der Ovarien, knöcherne Dysf. d. kleinen Beckens - Dysf. der Zentralsehne, beeinträchtigt Mobilität des Uterus - lokale Dysfunktionen Uterus und Ovarien - Dysf. die A. ovarica, uterina oder venöse Drainage beeinflussen - Mobilitätseinschränkungen d. Leber, Darm, Nieren, welche Hormonstoffwechsel beeinflussen SYMPTOME UNTERFUNKTION OVARIEN - verzögerter Beginn Pubertät und Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale - kein Eisprung oder verzögerter: Progesterondefizit -> relat. Hyperöstrogenie - PMS oftmals erstes Anzeichen für ovariales Ungleichgewicht, entsteht häufig um 30. LJ oder nach Stressphasen; dabei muss es nicht zu längerer Zyklusdauer kommen → Symptome bei Östrogendominanz oder Progesteronmangel o Wassereinlagerungen o Kopfschmerzen o Ödeme, schwere Beine o Geschwollene Brust, fibrozystische Brustveränderungen o Stimmungsschwankungen, Angst o Libidoverlust o Uterusfibrome, Endometriose o Verlangen nach Süßigkeiten, Blutzuckerschwankungen o Gewichtszunahme, Ablagerung von Fett an Hüften und Oberschenkeln o SD Hormon Wirkung vermindert o starke oder unregelmäßige Menstruation o Verlust von Zink, Retention von Kupfer o Verringerung O2 Gehalt in allen Zellen o Erhöhtes Risiko für Korpuskarzinom und Blutkrebs o Verminderung des Gefäßtonus o Tendenz zu Kälteempfindlichkeit 26 - PRÄMENOPAUSE ist ein Zeitraum von ca. 10 Jahren, in denen zunächst Progesteron und später Östrogenspiegel abnimmt → Symptome bei Hypoöstrogenie: o Migräne o Schwindel, Benommenheit o Gedächtnis- und Energieverlust o Konzentrationsschwierigkeiten o Hitzewallungen o Depressiver Zustand, ausgelöst durch zu geringen Tryptophanwert -> damit zu wenig Serotonin o Dyspareunie, ausgelöst durch Scheidentrockenheit und sensible Schleimhäute o Muskelschmerzen, rheumatologische Störungen o Inkontinenz o Erhöhter Cholesterinspiegel o Osteoporoserisiko - bei Östrogen- und Progesteronmangel kann es zur Amenorrhö oder, durch Androgenüberschuss, zur Verstärkung der männl. Geschlechtsmerkmale kommen - in Prämenopause sind fettige Haut und Akne Zeichen für niedrigen Progesteronspiegel - Androgenmangel: Minderung sexuelles Verlangen, weniger Energie und Vitalität, depressive Verstimmungen, Verringerung Muskeltonus, Erhöhung der Fettmasse und trockene Haut SYMPTOME ÜBERFUNKTION OVARIEN - Überbetonung der Geschlechtsmerkmale, verbunden mit erhöhtem Firbomrisiko und starker Menstruationsblutung -> Verlust von Eisen und Magnesium - Hypothalamus kann durch emotionalen Stress gestört werden - SD und NN können unter ovarialem Ungleichgewicht leiden (umgekehrt genauso) GLOBALE BEFUNDUNG UND BEHANDLUNG - Untersuchung und Korrektur SSB (Gleichgewicht Hypophysen – Hypothalamus - Gonaden – Achse), Normalisierung Zentralsehne - Leber und Darm zur Anregung und Ausscheidung Hormone (v.a. Xenoöstrogene), senkt gleichzeitig Druck auf kleines Becken -> In Kombi mit Diaphragma und Quadratus lumborum besonders effektiv gegen Stauungen im Abdomen und Becken -> Dünndarm weist bes. im Bereich Excavatio vesicouterina und rectouterina (Douglasraum) Verklebungen auf, die zu chron. Dysfunktionen des Fundus uteri führen können - Untersuchung und Behandlung SD -> Ungleichgewicht beeinträchtigt Ovarialhormone - Pankreas beeinflusst ebenfalls Ovarialhormone -> Hypoglykämie und Pankreasüberfunktion, sowie langanhaltender Stress können Progesteron senken - NN: Überfunktion führt zu Anstieg des Cortisolspiegels -> Minderung Progesteron - Nieren: Dysfunktionen können die im Lig. suspensorium ovarii verlaufenden Nerven- & Gefäßstrukturen beeinträchtigen -> bes. links: „gynäkologische Niere“, da linke V. ovarica in linke Nierenvene mündet -> linke Niere ist fast immer bei ovarialen oder gynäk. Dysfunktionen betroffen, sie sollte immer zuerst behandelt werden; Lig. susp. ov. folgt Iliopsoas 27 - Zäkum und Sigmoid: chron. Obstipation oder Diarrhö oder der Wechsel zw. beiden sind Hinweis auf gestörte Darmflora -> muss mechanisch und durch Einnahme von Probiotika behandelt werden -> chron. Dysf. des Zäkums mit Entzündungen, Vergrößerungen und Druckschmerz des Organs können Hinweis auf zu sauren pH-Wert oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein -> diese Dysfunktionen führen zu Rechtsseitneigung des Uterus und zu Stauungen und Entzündungen des rechten Ovars → ERNÄHRUNG! - Behandlung aller lumbosakralen (Th 10 – 12 + TLÜ) und Beckendysfunktionen - Behandlung aller Dysfunktionsketten in unteren Extrmitäten - Ausgleich zw. Symp. und Para -> Sympathikotonie verringert Ovarialfunktion; Stimulation begünstigt bei Spasmen Öffnung des Gebärmutterhalses; Inhibition von L1&L2 hilft Myometrium zu entspannen und verhindert Hyperkontraktilität des Uterus - Harmonisierung kraniosakrale Achse LOKALE BEFUNDUNG UND BEHANDLUNG - alle viszerofaszialen Dysfunktionen im kleinen Becken lösen-> Dünndarm, Zäkum, Sigmoid, im Anschluss gynäk. Region - üblicherweise zunächst Zervix, anschließend Uterus, Ovarien und Tuben (Inhibitionstest wo primäre Dysf.) - Dysf. der Zervix verhindern Blutfluss der A. uterina + Nervenleitung im Bereich Pl. hypogastricus inf., die im inferioren Abschnitt des Lig. latum (= Lig. cardinale) verlaufen - Anteflexionsläsionen des Uterus beeinträchtigen Gefäß- u. Nervenstrukturen besonders - 75% der Zervixdysfunktionen treten auf linker Seite auf; findet man Dysf. rechts: an Ovarialzysten oder Uterusfibrome denken SPEZIFISCHE BEHANDLUNG OVARIEN - Wiederherstellung der Mobilität in allen Achsen - zu tief liegendes Ovar ist oft in Unterfunktion - tieferliegendes und horizontal verlaufendes Ovar häufig in Perimenopause -> einfache Korrektur durch leichtes Anheben nach kranial, lateral kann Funktion anregen - zu hochstehendes Ovar = Dysf. des Lig. susp. ovarii, beeinträchtigt Fkt. der im Band verlaufenden Nerven und Gefäße -> Ovar ist oft klein und weist auch bei jüngeren Frauen verminderte Funktion auf -> Symptome wie PMS, Zyklus ohne Eisprung -> Behandlung des Ligaments durch leichte Dehnung nach kaudal verschafft schnelle Verbesserung SPEZIFISCHE BEHANDLUNG TUBEN - unbedingt erst nach Normalisierung des Lig. latum, Corpus uteri und Ovar durchführen - Tuben werden durch Lateroversions- und Lateroflexionsläsionen geknickt -> reduziert Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden + reduziert Funktion der Aa. & Vv. im Bereich Mesoalpinx - mediale Hälfte der Tuben durch A. uterina, laterale Hälfte durch A. ovarica versorgt -> weist eher proximaler Abschnitt der Tuben Stauung auf, liegt es am Uterus, am distalen Abschnitt, Ovar betroffen 28 NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTEL UND EMPFEHLUNGEN - pharmakologische Behandlung sollte nur für Frauen mit pathologischen Symptomen in Betracht gezogen werden - Allgemeine Empfehlungen: • Speicheltest möglichst vormittags zwischen 19. und 22. Zyklustag durchführen • Östrogendominanz begünstigt Dysbiosen durch Pilzbefall -> gute Darmflora herstellen • Krebszellen reagieren sensibler auf Östrogenstimulation, wenn Jodmangel vorliegt • Blätter des Himbeerstrauchs eignen sich als Tonikum bei Frauenbeschwerden • Zink und Kupfer: beeinflussen Hypothalamus – Hypophysen – Gonaden – Achse; geeignet für verspätete Pubertät oder junge Frauen mit Symptomen eines ovarialen Ungleichgewichts (unregelmäßiger Zyklus, Amenorrhö, Ovarialzysten, PMS) • Falsches Einkorn (Chamaelirium luteum): Unterstützung Fruchtbarkeit, libidosteigernd + Verbesserung des Tonus in Vagina und Becken • Mönchspfeffer: Unfruchtbarkeit und PMS -> stimuliert Sekretion von LH und Progesteronsynthese; unterstützt Prolaktinspiegel -> muss über einen langen Zeitraum eingenommen werden: zeigt erst Wirkung nach 3 Monaten und maximale Effizienz nach einem Jahr; Dosierung: ½ - 1 Teelöffel morgens zwischen 10. und 27. Zyklustag, während Menstruation unterbrechen • Sibirischer Ginseng (Taigawurzel), Lakritze und Ashwaganda begünstigen Vitalität, ohne Agitiertheit zu verursachen, und gleichen Testosterondefizit aus • Indianische Blaubeere oder Frauenwurzel wird in letzten Wochen der SS verwendet, um Uterus auf Entbindung vorzubereiten • SD – Unterfunktion trägt zur Hyperöstrogenie bei -> Algen und Selen + SD Extrakte sind beste Ergänzungsstoffe • tgl. Einnahme von: o Vit. C: 1000 – 2000 mg / Tag o Vit. E: 400 IU/ tag o Betakarotin: 15 mg/ Tag o Zink: 15 – 30 mg/ Tag o Magnesium: 500 mg/ Tag PRÄMENSTRUELLES SYNDROM UND PRÄMENOPAUSE -> nachfolgende Ratschläge gelten auch für Endometriose und Fibrome, die u.a. auch durch zu viel Östrogen entstehen • Lebensmittel und Pflanzen, die reich an Substanzen sind, die Progesteronspiegel anheben: → Mönchspfeffer, Yamswurzel, Chinesische Engelwurz, Fenchel, Frauenmantel, echter Alant, Sägepalme -> kein Nachweis darüber, dass Cremes aus Yamswurzel im Körper zu Progesteron umgewandelt werden • Prämenopause & Behandlung von Ovarialzysten: natürliches Progesteron ab dem 10. Zyklustag kann verwendet werden • PMS und 28 Tage Zyklus: Progesteron vom 12. bis 26. Zyklustag (Anwendung am Abend begünstigt Schlaf) • Passionsblume wirkt ebenfalls beruhigend auf Nervensystem & hilft, Reizbarkeit zu mindern + Verbessert Libido 29 • Vitamin B6 (3 x täglich 50 mg) reduziert Wassereinlagerungen, verbessert O2 Versorgung der weiblichen Organe, begünstigt Synthese von Progesteron und reduziert entzündliche Prozesse in Geweben • Vitamin B – Komplex (3 x tgl. 100mg) stabilisiert Nervensystem • Essentielle Fettsäuren wie Nachtkerzenöl, Leinöl oder Omega 3 begünstigen Drüsenfunktion & bekämpfen Entzündungen • bei Brustkrebs empfohlen: Nahrungsmittel die Indol enthalten (Kohl, Rosenkohl, Brokkoli, Rüben, Leinsamen, Walnüsse und fetten Fischen) MENOPAUSE • Nahrungsmittel essen, die reich an Phytoöstrogenen sind: Soja, Kudzu, Salbei, Fenchel, Cashewnüsse, Erdnüsse, Mandeln, Äpfel, Leinsamen, Hafer, Rotklee, Hopfen • Hitzewallungen nehmen zu bei Stress, Angst, raffiniertem Zucker, Koffein und Alkohol -> Mariendistel und lebertonisierende Pflanzen reduzieren • chinesische Engelwurz normalisiert Menstruation, mindert Hitzewallungen, Scheidentrockenheit in Menopause und unterstützt Immunsystem • Traubensilberkerze: östrogenartige Wirkung; hilft bei Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Palpitationen; zusätzlich gegen Scheidetrockenheit, vaginale Atrophie, Kopfschmerzen und Depressionen • natürliches Progesteron kann 14 – 21 Tage verwendet werden (wird es gemeinsam mit Östrogensupplement verwendet, sollte Progesterondosis in ersten 3 Monaten halbiert werden, da P. die Sensibilität der Östrogenrezeptoren erhöht); beide Hormone eine Woche pro Monat aussetzen • Ginko biloba & Antioxidantien bei Gedächtnisproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten • Östrogen, DHEA & Pregnenolon fördern Ausbildung axonaler und dendritischer Verbindungen -> mindern Alzheimerrisiko • bei geschwächten NN, verstärken sich Menopausensymptome • Bewegung und Sport 2 – 3/ Woche vermindert Osteoporoserisiko, regt Stoffwechsel an und hilft gegen Depressionen • nach Ovarektomie Mangel an Östrogen, Progesteron und Testosteron ausgleichen Menstruationszyklus 30 ________________________________________________________________________________